Mi
16
Mai
2012
Umstellung auf kleine Zellen
Ein zentrales Thema für jeden Hobby-Imker sollte der Umgang mit dem ihm anvertrauten Geschöpf Bien sein. Damit ist nicht nur alleine gemeint, dem Bien eine Behausung zur Verfügung zu stellen, genügend Trachtpflanzen in der Umgebung zu haben und für eine weitestgehend intakte Umwelt ohne Pflanzenschutzmittel zu sorgen.
In den letzten Monaten ist ein Imker aus La Palma in Erscheinung getreten. Sein Name ist Stephan. Er ist Berufsimker auf dieser schönen Insel und imkert schon länger nach dem Konzept von der Amerikanerin Dee Lusby. Zentrales Thema bei beiden ist die Völkerführung mit Aktivierung der eigenen Abwehr gegen die gefürchtete Varroamilbe.
Weitere Ausführungen zu diesem spannenden Thema kann man auf Stephans Seite direkt finden:
http://www.resistantbees.com/index.php?r=01
Mich hat das Konzept und die Anleitung sehr überzeugt. Daher habe ich beschlossen, dieses Jahr sämtliche Bienenvölker auf dieses Verfahren umzustellen. Nur weiter zuzuschauen, wie die Imkerschaft mit sich selbst und den verschiedenen Institutionen ringt, macht mich nicht glücklich.
An dieser Stelle möchte ich gerne über meinen eigenen Weg und meine Erfahrungen mit der Umstellung berichten.
Auf bald!
Di
27
Mär
2012
Rähmchen drahten von oben / Mäander Verfahren
Nach einigen Versuchen einer einfachen Drahtung, bin ich auf das Thema Drahtung von oben gestoßen. Die Informationen waren erst spärlich und die Imker, die dieses Verfahren verwendeten, sehr rar vertreten.
Mir war die Grundidee dahinter schnell sympathisch, da man hier nachhaltig und komfortabel imkern kann. Beides muss sich nicht ausschließen.
Vorbereitung:
- Kauf von Edelstahl-Schweißdraht (1 mm)
- Rähmchen mit Löchern in Ober- und Unterträger gegenüberliegend versehen
- Rähmchen aufstellen, Draht einführen, abknippsen und Ende umbiegen
Den Rest erledigt die Schwerkraft.
Einlöten:
- Rähmchen mit dem Draht hinlegen
- Mittelwand drauflegen
- Draht noch einmal an den Enden nachjustieren
- Kontakte an umgebogenes und gerades Ende anbringen
Ich empfehle, zuerst den Kontakt an das umgebogene Ende zu halten und dann mit dem zweiten Kontakt solange an das untere Ende zu drücken, bis der Draht durch das Wachs schmilzt. Da der Draht dicker als herkömmlicher Lötdraht ist, muss man 3-4 mal Strom geben. Mit etwas Zeit bekommt man ein Gefühl dafür.
Sehr praktisch ist dann später das Entfernen der Stifte, wenn man das Rähmchen entsorgen, oder ausschmelzen möchte. Einfach oben rausziehen und wieder neu verwenden.
Übrigens kann man für die Maße DN und Zander die Drahtstifte schon fertig bei Dr. Heine kaufen. Der Link zu seiner Seite befindet sich im dem vorangegangenen Beitrag.
Hier wird auch das Mäandergestell beschrieben, welches ebenfalls nachhaltig ist.
Ich hoffe, die beiden Bilder veranschaulichen noch einmal etwas mehr das Beschriebene. Hierfür einfach auf weiterlesen drücken.
Fr
23
Mär
2012
Frühling 2012
So langsam wird es Zeit.
Die Tage werden länger. Die Bienen fliegen wieder und tragen mächtig viel Pollen ein. Erfreulicherweise haben drei Völker den Jahreswechsel überlebt.
Ich erwische mich, wie ich jetzt die Natur absuche und alles Blühende verfolge. Fliegen sie dorthin, haben sie hier gesucht? Die Völker brauchen nun sehr viel Pollen zur Aufzucht der neuen Bienen.
Die Zeit wurde von mir genutzt, um die neuen Selbstbau-Beuten zu bauen und zu streichen. Der nächste Schritt wird das Vorbereiten der Zander Rähmchen sein. Ich habe nach langem Abwägen die einfache Drahtung von oben für mich gewählt.
Dies werde ich wieder beschreiben, damit man sich auch vorstellen kann, was es damit auf sich hat. Es ist im Grunde sehr simpel und gleichzeitig sehr nachhaltig.
Vorab schon einmal eine Übersicht von Herrn Dr. Heine zu dem Thema:
http://www.imkerei-raehmchendrahtung.de/
Mehr von mir zur Praxis in dem kommenden Beitrag.
So
19
Feb
2012
Bienen Beute komplett
So schaut die Beute dann aus.
Individuelle Behandlungen des Holzes kann man machen, aber man kann es auch lassen. Den Bienen ist es egal.
Ach ja, ich bekomme nichts für die Werbung, aber aus egoistischen Gründen war es mir wichtig, diese Privatinitiative zu zeigen!
Die Strukturen sind mir etwas zu verkrustet in Deutschland. Da muss Bewegung rein.
So
19
Feb
2012
Die Einfachbeute als Bausatz
Viele Beutentypen werden angeboten. Die Erfinder haben sich hierbei Gedanken gemacht und sich auch ein Stück weit verewigt. Die Zeit hat manches System überholt und viele Neuerungen gebracht.
Müßige Diskussionen könnten entfallen, wenn Vereine einmal die gängigsten Beutentypen vorstellen würden und die Jungimker, ältere Imker und Frauen Vor- und Nachteile herausfinden könnten.
Die Anbieter teilen sich aktuell unterschiedlich auf. Wir haben Großanbieter, Schreinereien und eben auch einmal private Initiativen. Die Preise gehen in den letzten Jahren kontinuierlich nach oben und Lieferschwierigkeiten waren mitunter in der Hauptsaison ein Dauerthema.
Da freut man sich auf Initiativen, die etwas mehr Konkurrenz am Markt bieten.
Unter www.bienen-beute.de kann man sich noch etwas mehr informieren. Die Beuten-Bausätze werden komplett mit allen notwendigen Materialien und dem Bauplan geliefert. Der Aufbau benötigt einen Hammer, einen Akkuschrauber, Leim und Schraubzwingen. Mehr nicht.
Vorbohren und Fertigung in passender Reihenfolge, verkürzen noch einmal die Montagezeit.
Insgesamt ein stimmiges Paket. Preislich macht es nicht mehr viel, wenn man das alles selbst organisieren müsste. Es sei denn, man hat in diese Richtung einen sehr sehr ausgeprägten Ehrgeiz. Kritiker die der Meinung sind, die Holzstärke, die Angabe der Nettopreise und das selber Zusammenbauen seien nicht so schön, schenke ich hiermit die Bitte, es doch noch besser zu machen.
So
19
Feb
2012
Exomite Schale im Unterboden
Man kann hier sehr gut sehen, wie einfach die Schale eingelegt werden kann.
So
19
Feb
2012
Exomite in der Auslieferung
In der heutigen Zeit, wo feste Fahrpläne und Anweisungen gerne gewünscht werden, um der Varroa Herr zu werden, ist der Tunnelblick leider noch sehr ausgeprägt.
Lust auf eine mögliche Alternative?
Exomite ist ein sehr feines Carnaubawachs-Pulver, welches mit Thymol versetzt wird. Die Anwendung wird exakt in der Beschreibung dargestellt. Einmal im Frühjahr und einmal im Herbst, soll es zur Anwendung kommen.
In den Eingangsbereich des Unterbodens wird die mitgelieferte Schale gelegt. Links und rechts sollte der Engangsbereich zum Beispiel mit Schaumstoff verschlossen werden, damit die Bienen nur über die Schale die Beute betreten / verlassen können. Über die Schale kommen die Bienen mit dem Pulber in Berührung und pudern sich damit ein.
Die Milbe verliert den Halt auf der Biene und fällt nach unten.
Das Pulver sollte fein und locker bleiben. Nach einer gewissen Zeit ist das Pulver fest und kann so nicht mehr eingesetzt werden. Der Zeitraum sollte aber ausreichend gewesen sein, um sämtliche Bienen mit dem Pulver zu bestäuben.
Honig wird damit nicht belastet.
So
19
Feb
2012
Fragen zur Genauigkeit der Gußform
Ich bin nun mehrmals gefragt worden, ob die Form tatsächlich 4,9 mm bei der Zellgröße einhält. Hierfür habe ich den Hersteller heute noch einmal kontaktiert und er bestätigte mir, dass die Mittelwände von der Schwedischen Firma Biredskapfabriken als Vorlage genutzt werden.
Dies ist die bisher einzige bekannte Firma, die exakt 4,9 mm in ihren Zellen einhält.
Da ich nach dem Gießen relativ schnell die Mittelwände herausnehme, ziehen sich die Maße sogar auf 4,8 mm zurück. Idealer geht es nicht.
So
19
Feb
2012
Eckbereich für Drohnen ausschneiden
Gemäß den Angaben von Stephan, habe ich mir aus Pappe eine Form in Zander geschnitten, die nun die Menge an Platz aus den Ecken herausschneiden hilft. Ich war lange unschlüssig, wie viel ich denn nun nehmen sollte. Nach viele Vergleichen mit den Bildern Stephans und Messungen, habe ich dann diese Menge genommen und bin nun glücklich. Die ausgeschnittenen Ecken ergeben das Gesamtmaß einer Mittelwand.
Es ist wirklich simpel, aus Pappe eine solche Form zu schneiden. Den Rest kann man als Unterlage nutzen.
So
19
Feb
2012
Mittelwände gießen
Ohne gewußt zu haben, wie unterschiedlich doch die Maße von den einzelnen Herstellern sein könnten, entschied ich mich 2011 für eine Mittelwand-Gießform von Alfranseder. Ich hatte nur gute
Empfehlungen gelesen gehabt und wollte eine Gießform haben, die das Maß 4,9 mm gewährleistet.
Nach den Erläuterungen von Stephan, habe ich mich noch mehr gefreut, einen brauchbaren Anbieter gewählt zu haben, der auch hält, was viele versprechen.
Bisher habe ich immer mit einem Metalleimer und einem Entsafter das Wachs zum Schmelzen gebracht gehabt. Durch einen Tipp meines Imkerpaten, habe ich mir noch eine Friteuse zugelegt gehabt, die
schneller das Wachs zum Schmelzen bringen soll. Meine Tests sind bisher durchwachsen. Einmal vermisse ich die Menge die in den Eimer gepasst hat, allerdings heizt die Friteuse schneller auf. Ich
werde weiter testen und beim nächsten Mal wieder den Entsafter einsetzen.
Als Löseflüssigkeit habe ich destilliertes Wasser und etwas Spülmittel genommen. Meine letzten Versuche mit Leitungswasser und Spiritus, brachten die ersten Mittelwände zum Brechen. Warum auch
immer. Die Elastizität war weg. Zur Aufbringung eignet sich eine gemeine Pflanzenspritze.
Der Hersteller liefert zusammen mit der Gießform auch eine Luftpistole, die man an einen Kompressor anschließen kann. Damit lassen sich die Mittelwände leichter von der Silikonform lösen. Da mein
Kompressor elendig laut ist, habe ich es erst einmal auch ohne gemacht und es hat auch funktioniert.
So
19
Feb
2012
Grob zur Umstellung
Die eigene Bienenhaltung war geprägt von konventionellen Methoden. Die Biene stammte mehrheitlich aus der hiesigen Carnicawirtschaft. Es klingt abfällig, wird sich aber in den kommenden Zeilen als nichtig herausstellen.
Der erste Bienenstock wurde feierlich durch meinen Imkerpaten überreicht. Dies war im Jahr 2010. Der Verein, dem ich angehöre, bezieht seit Jahren seine Bienen von einem Institut in Deutschland. Damit ist man gut gefahren und hat im weiten Umkreis Friedfertigkeit und gute Honigerträge festigen können.
Gegen die Varroa wird mit den üblichen Methoden AS, OS, und Thymol behandelt. Ich selbst winterte in der Saison 2011 / 2012 neun Bienenvölker ein. Bisher leben davon noch zwei Völker. Ich habe dieses Ereignis zum Anlass genommen, um meine Betriebsart umzustellen. Schon im vergangenen Sommer hatte ich mich innerlich gesträubt gehabt, die AS anzuwenden. Durch meine erste Annahme in 2011, alle Bienen seien tot, habe ich keine OS Anwendung mehr vorgenommen. Ich hoffe, die beiden Völker werden es dennoch schaffen...
Persönlich rechne ich erst ab diesem Jahr mit der Imkerei, mit der ich mich identifizieren kann. Der Verzicht auf konventionelle Methoden und das Umstellen auf progressive Imkerei, werden nach und nach zu einem Ziel führen. Es wird kein bestimmter Bienentyp bevorzugt. Als Anhänger der Lehren von Golz, beteilige ich mich nicht an Rassediskussionen. Die Landbiene, ob natürlich, oder unnatürlich hier sesshaft, ist zu bevorzugen.
Der Blog wird in Wort und Bild dokumentieren, ob es gelingt und wie es gelingt. Rückschläge sehe ich als Ansporn zur Verbesserung.
Viel Vergnügen!
So
19
Feb
2012
Warum ein Blog?
Haupthemen werden in ihrem großen Umfang immer gerne als geschlossene Einheit veröffentlicht. Der Blog zeigt einzelne Zwischenschritte auf, die auch gerne zur Diskussion stehen sollen.
Ziele und Ergebnisse können voneinander abweichen. Dies transparent zu dokumentieren gelingt recht gut mit einem Blog.
Dieser Blog wird in erster Linie die Veränderungen in der Bienenhaltung, der Umgebung und den Zuchtbemühungen zu einer regionalen Biene dokumentieren.
Aktuell wird der Umstellungsprozess von konventioneller Bienenhaltung zu einer mehr bienengerechten Art begleitet. Da hier zwei Veränderungen parallel ablaufen werden, sind spannende Ergebnisse sehr sicher!
Drei Stichworte vorab:
Varroatolerante Betriebsweise
Wiederansiedlung der Apis Mellifera Mellifera (Dunkle Biene)
Erzeugung von Honig auf der Basis von Slow Food